1.
Unter diesem Begriff versteht man die Erhaltung und Förderung der eigenen Gesundheit durch Zufuhr von Substanzen, die unserem Körper bekannt sind (keine Fremdstoffe), die er aber selbst nicht herstellen kann (essentielle Stoffe). Dazu zählen insbesondere Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Amino- und Fettsäuren. Um gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden, muß der Körper mit einer ausreichenden Menge an lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt werden. Dabei müssen diese Stoffe in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander stehen. So erklärt sich der Begriff orthomolekular (griech.: ortho=richtig, molekular=das Molekül betreffend). Die orthomolekulare Therapie beschäftigt sich also mit dem Biochemiehaushalt des Menschen.
Ein Mangel oder Überschuß an bestimmten Nährstoffen soll vermieden werden. Eigentlich sollten alle orthomolekularen Stoffe in unserer Nahrung enthalten sein, daß dem nicht so ist, wissen wir längst; Überdüngte, ausgelaugte Böden, "chemisch verfeinerte" Nahrung, Bestrahlung derselben und ähnliche Tatsachen mehr lassen die Qualität erheblich schwinden. Deshalb ist es ratsam, fehlende Substanzen zusätzlich zur Nahrung zuzuführen, im Erkrankungsfalle ist der Bedarf an orthomolekularen Stoffen zusätzlich erhöht. Bei vielen Erkrankungen ist es deshalb sehr sinnvoll unterstützend orthomolekular zu behandeln. Ich denke beispielsweise an bösartige Erkrankungen, wo man etwa mit Vitamin C, Zink und Selen begleitend therapieren sollte.
2.
Veränderte Ernährungsgewohnheiten und Umweltbedingungen können zu einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen führen. Der Ausgleich dieser Mangelzustände ist einer der Ansatzpunkte der Orthomolekularen Medizin.
Die rund achtzig Substanzen, die im Rahmen dieser Behandlungsweise verwendet werden, sind alle in der natürlichen Nahrung vorhanden oder aus dieser heraus konzentriert. Eine große Anzahl an wissenschaftlichen Studien hat in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt über klare Therapie- und Ernährungskonzepte für die meisten Krankheitsbilder verfügen. Zum Einsatz kommen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Fettsäuren und Verdauungsenzyme.
Die Ansätze dieser Therapie sind in der klassischen Schulmedizin bereits vertreten, indem z.B. Kalium und Magnesium in der Kardiologie, B-Vitamine in der Neurologie oder Selen in der Krebsnachsorge als Standard eingesetzt werden.
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