Als sich vor 370 Millionen Jahren die ersten baumähnlichen Pflanzen entwickelten bereiteten sie die Lebensgrundlage vor, die für unsere Geburt, unsere Entwicklung lebensnotwendig war. Nacktsamer wie Koniferen und Ginkgogewächse vermutet man als die ersten Bäume die unseren Planeten besiedelten.
In der Kreidezeit, etwa vor 135 TSD Jahren bewuchsen schon Buchen, Weiden oder Ulmen und andere Baumriesen unseren Planeten.
Aus der Pflanzenwelt hatten Bäume schon durch ihre imposante Größe immer ganz besonderen Stellenwert und Symbolcharakter. Bäume verkörpern die uralte Sehnsucht des Menschen nach innerem Wachstum und Erneuerung. In alten Kulturen waren die Bäume Wohnort der Gottheiten, ein Symbol für Stärke, für Fruchtbarkeit, Kraft und Weisheit. Bäume galten als Rechts- und Thingbaum, Welten- und Lebensbaum, Todes- und Kreuzesbaum, als Opferbaum, Orakel- oder Götterbaum u.v.m. Unter Bäumen wurde Recht gesprochen, wurde Hochzeit gehalten, unsere Ahnen fanden in ihnen Nahrung, Schutz und Heilung. Sie waren ihnen Freund und Helfer in der Not. Sie waren Ratgeber, Vertrauter, Vermittler, Ernährer, Heiler, oder Beschützer.
Uralte Baum - Myhten legen Zeugnis ab von der Vorstellung das der Mensch aus Bäumen hervorging, oder aus dem Samen der Bäume geboren wurde.
In der Edda, dem germanischen Mythos vom Weltenbaum, stützt die Esche Yggdrasil mit ihrer Krone das Himmelsgewölbe, ihre Wurzeln reichen hinab in das Unterirdische. In ihrer Mitte bietet sie Heimat für die Menschen. Man stellte sich den Kosmos in Gestalt eines gewaltigen Baumes vor, der sich periodisch regeneriert und der das Unterste, das Dämonische mit dem Höchsten, dem Göttlichen verbindet.
In der Indischen Mythologie wird der Kosmos als umgekehrter Baum dargestellt, indem seine Wurzeln zum Himmel empor weisen und die lebensspendenden kosmischen Kräfte empfängt und zur Erde leitet. Die Baum Ashvatta Übung im Yoga bringt diese Vorstellung zum Ausdruck. Auch in der jüdischen Tradition stellt der umgekehrte Baum das Sinnbild schöpferischer Ordnung dar. Im umgekehrten Sinne spiegelt er nach kabbalistischer Vorstellung die Offenbarung Gottes wieder. So wie der Same im Baum vorhanden ist, so ist auch der Baum im Samen vorhanden. Aber der Same weiß nichts von seiner Bestimmung als Baum, er ist nur Same.
Bäume gelten auch als Symbol für Erkenntnis, Unsterblichkeit, Schönheit und Fruchtbarkeit. Die Fruchtbarkeit barg das größte Geheimnis des Lebens, des neuen Lebens, des wider Erwachens nach dem Tode. Indem der Baum im Rhythmus der Natur seine Blätter abwirft lebt er uns vor überholte Werte loszulassen, um mit neuer Kraft und Gesinnung zu erwachen.
Wenn wir uns alten antiken Mythen zuwenden, wird der Baum häufig als heiliges Wesen, als Geburtsstätte der Götter dargestellt. Unter dem Bodhi Baum, einer Feigenart soll Buddha Erleuchtung und Erkenntnis empfangen haben. Gottvater Zeus wurde unter einem Pappelbaum geboren. Die Gemahlin Zeus, Hera, unter einer Weide. Unter einer Platane bei Knossos wurde die Hochzeit vollzogen. Der römische Gott Jupiter soll selbst ein Baum gewesen sein.
In der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise über die bedeutungsvolle Kraft der Bäume. Da werden besonders die Bäume wie Olivenbaum, Zeder, Zypresse, Lorbeerbaum, Tamarinde oder Akazie hervorgehoben. Zedernöl beispielsweise nutze man zum einbalsamieren der Leichen, aber ebenso als Heilmittel bei eiternden Wunden oder gegen Schmerzen. Zedernharz wurde als desinfizierendes Mittel geschätzt.
Bereits bei den Pharaonen im alten Ägypten wurde die Akazie als heiliger Baum verehrt. Man sagt, das schon Moses die aus den Akazienblüten hergestellte Wundsalbe kannte. Die Salbe wurde zubereitet, indem man die weißen oder gelben Blüten in Schafsfett kochte und so daraus eine pastenartige weiße Salbe entstand. Genauso war derzeit das Akazienharz bekannt, was wir heute als „Gummiarabikum“ kennen. Das Zypressenöl war im Altertum eine begehrte Handelware welches gegen Tuberkulose verwendet wurde.
Balsame waren im Altertum sehr wertvoll. Aus der Bibel ist das Sprichwort überliefert: „Das ist Balsam auf meine Wunden.“ So fragte Jeremias: Gibt es keinen Balsam in Gilead? Oder an anderer Stelle heißt es: „ Holt Balsam für seine Wunden. Vielleicht ist es zu heilen.“ Ein ganz berühmtes Heilwässerchen gegen Krankheiten der Eingeweide war auch das „Wasser von Dekarim“, welches aus Palmen gewonnen wurde. In Genesis 1,29 ist nachzulesen: Dann sprach Gott: Seht, ich übergebe euch alles Kraut, das Samen hervorbringt auf der ganzen Erde, und alle Bäume die samentragende Früchte hervorbringen. Das sei eure Nahrung.
Wenn wir den Streifzug durch die biblische Geschichte noch einen Moment verfolgen stoßen wir in Ost-Jerusalem auf einen Ort mit dem Namen „Tal der Walnüsse“, Berühmtheit erlangten auch die „Zedern von Libanon“, oder die „Eichen von Etraim“. Die Urform des Stammbaumes ist der Jesse-Baum, und mit ihm begann der Stammbaum Christi. Vor allem im Alten Testament sind Baumgleichnisse die den Menschen mit einem grünenden früchtebringenden Baum vergleichen sehr häufig. Allein das Wort Wald, im hebräischen=Jaar wird in der Bibel 60 mal erwähnt. Mit den paradisischen Bäumen, dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis wird das Geheimnis des Baumes offenbar.
Der heilkräftige Baum heute
Es ist ganz erstaunlich was sich für immense heilkräftige Potentiale in den Bäumen verbergen. Seit geraumer Zeit steht beispielsweise der Eibenbaum ganz besonders in Verdacht Karriere als Krebsheilmittel zu machen. Dieser viel versprechende Kandidat wurde innerhalb von 20 Jahren zwischen 35 000 anderen Pflanzen auf seine Wirksamkeit gegen Tumorwachstum geprüft. Seit vier Jahren ist der isolierte Wirkstoff aus der Eibe, Paclitaxel, der unter dem Handelsnamen Taxol bekannt ist, auch in Deutschland zugelassen. Bei Eierstockkrebs ist der Wirkstoff fast schon ein Standartmittel und bei Brustkrebs, Blasen- oder Lungenkrebs stellt er sich ebenfalls als sehr viel versprechend dar.
Aber nicht nur unsere heimischen Bäume erwachen aus ihrem Dornröschenschlaf. Medizinisch interessantes hören wir über Bäume in aller Welt. Der Ginkgobaum beispielsweise, der bereits vor 150 Millionen Jahren in Europa verbreitet war und mit anderen Baumriesen die Lebensgrundlage für unser Dasein schuf, stellt heute einen hervorragenden durchblutungsfördernden Wirkstoff zur Verfügung. In China wächst der "Baum der Freude" (Campotheca acuminata), der aus seinen Früchten, Wurzeln oder in der Rinde die Vorstufe für Krebsmittel liefert.
Ich danke dem raunen der Bäume, die mir mit leisen Stimmen den Weg zu ihren Schätzen wiesen, die mir die Geduld gaben, dieses Füllhorn an traditionellen Heilmitteln zu finden. Ich danke dem Verlag, der mit dem Druck dieses Buches das jahrhundertealte Wissen für jeden Rat- und Hilfesuchenden zur Verfügung stellte und ich danke dem Leser, der mit seinem Interesse an diesem Werk die Liebe zu den Bäumen erklärt.
Möge ein Energieaustausch stattfinden zum Schutz des Baumes, und zum Wohl des Menschen.
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