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Osteopraktik

Wirbelsäule, Rücken, Gelenke - Therapie, Behandlungsmethode, Massage

Autor/in
Heilpraktiker & ganzheitlicher Therapeut in Mannheim
Heiner H. Reinhold
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Die Osteopraktik ist ein, von dem in München praktizierenden Arzt Dr. Wolfgang Bauermeister geschaffenes Therapiekonzept, welches folgende Elemente beinhaltet:

Die Cranio-Sacral-Therapie, eine Ganzkörpertherapie.

Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein werden schwerpunktmäßig behandelt. Sie bilden mit den Hirnhäuten und der Hirnflüssigkeit das Cranio-Sacral-System. Der Name leitet sich von den Worten Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) ab. Im Gehirn wird fast ohne Pause Hirnflüssigkeit freigesetzt. Diese Freisetzung soll rhythmisch - ca. 8-12 mal pro Minute - erfolgen und sich als eine Druckwelle vom Gehirn um das Rückenmark herum hinunter bis zum Kreuzbein hin fortsetzen. Der Schädel weitet sich, das Kreuzbein und der übrige Körper bewegen sich. Diese Bewegungen werden vom Behandler erspürt und als Cranio-Sacral-Rhythmus bezeichnet.

Eine Behinderung der Beweglichkeit z.B. durch Muskelverspannung, Bindegewebsverklebungen, Entzündungen, Unfälle oder andere Erkrankungen, kann eine Störung von diesem Rhythmus bewirken. Jede Störung im Cranio-Sacral-System kann diffuse Schmerzen, Bewegungsstörungen und eine Vielzahl anderer Symptome bewirken. Viele Gesundheitsstörungen, für die es keine schulmedizinische Erklärung gibt, lassen sich durch die Cranio-Sacral-Therapie erklären und oft erfolgreich behandeln.
Die Cranio-Mandibulare-Therapie zielt auf die Behandlung von Kiefergelenksproblemen und der damit verbundenen Schmerzen im Bereich des Kopfes, Nackens, Schultern und Rücken. Kiefergelenkstörungen sind nach Karies und Parodontose die dritthäufigste zahnmedizinische Erkrankung. Die häufigsten nicht zahnmedizinischen Ursachen sind Funktionsstörungen des Cranio-Sacralen Systems. Umgekehrt können Kiefergelenksprobleme, z.B. wegen einer schlecht sitzenden Brücke, über die Störungen des Cranio-Sacralen Systems zu Kopf,- Nacken- und Rückenschmerzen führen.

Die Viscerale Therapie nimmt Einfluß auf die Eigenbewegung der inneren Organe. Sie geht davon aus, daß die ungehinderte Beweglichkeit der Organe für ein normales Funktionieren erforderlich ist. Eine Bewegungseinschränkung von Organen kann zu Funktionsstörungen und Schmerzen führen. Durch eine direkte und indirekte Organbehandlung wird die Beweglichkeit der inneren Organe wiederhergestellt. Viele Wirbelsäulenprobleme, Rückenschmerzen und Unterleibsbeschwerden sind z.B. auf eine eingeschränkte Beweglichkeit der Bauch- und Beckenorgane zurückzuführen.

Die Myofasziale Weichteiltherapie beeinflußt die Funktion von Muskeln, Bindegewebe und Faszien. Faszien umhüllen alle Organe, sie stehen in Verbindung miteinander und bestehen aus drei Schichten:

- Die oberflächliche Faszie ist mit der Hautunterfläche verbunden.
- Die tiefe Faszie umhüllt Muskeln und innere Organe und gibt dem Körper seine Kontur.
- Die dritte Faszie bedeckt alle inneren Organe und sorgt für deren Gleitfähigkeit.

Normale Bewegung und Organfunktion ist nur durch ein ungestörtes Funktionieren aller Faszien möglich. Durch die Verknüpfung alles Faszien miteinander können auch entfernte Störungen in einem Gewebsbereich z.B. Narben und Gewebsverklebungen nach Operationen zu Problemen an anderen Stellen im Körper führen. Durch Manipulation (spezielle Techniken zur Bewegung der Muskeln und Bindegewebe) kann die Normalfunktion des Gewebes wiederhergestellt werden:

Muskeln werden weicher, Schwellungen gehen zurück und eine normale Verschiebbarkeit des Bindegewebes stellt sich ein.

Triggerzonen Manipulation:

Durch Verletzung und Fehlhaltung können im Bindegewebe und in der Muskulatur Triggerzonen (Trigger = Auslöser) aktiviert werden, die für eine Vielzahl von Schmerzproblemen verantwortlich sein können. Diese Triggerzonen bzw. Triggerpubkte sind Verklebungen von Muskel- oder Bindegewebsfasern, die sich über Jahre bilden. Die Ursache für diese Verklebungen sind unbekannt, man vermutet, daß erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Bereits Säuglinge zeigen solche Verklebungen. Aktive Triggerzonen sind spontan schmerzhaft, latente Triggerzonen findet man erst auf Druck bei einer Untersuchung. Durch kontinuierliche Behandlung der aktiven und latenten Triggerzonen können auch schwerwiegende chronische Schmerzprobleme relativ schnell beseitigt werden.
Die zentrale Bedeutung der Triggerpunkte bei der Behandlung myofazialer Schmerzen wird in der Akupunktur erst seit kurzem gezielt genutzt. Diese Triggerpunkte können gut lokalisiert und ihre Druckempfindlichkeit zuverlässig bestimmt werden. Die "Triggerpunkttherapie" kann erhebliche Funktionsstörungen oft beseitigen oder einer wesentlichen Besserung zuführen.
Bei dieser Behandlung treten für ca. 3 Tage Irritationsschmerzen auf und es kann zu einer Bildung von Hämatomen (blauen Flecken) kommen. Diese Behandlung ist für den Patienten (starker Druckschmerz während der Behandlung) und den Behandler (hoher Kraftaufwand) anstrengend. Jedoch der (häufig überraschend schnelle!) Behandlungserfolg wiegt den während, und nach der Behandlung empfundenen Schmerz wieder auf.

Osteopathie der Gelenke und Bänder:

Probleme der Gelenke - am häufigsten Knie- und Schultergelenk - lassen sich durch Behandlung der den Gelenken zugeordneten Bänder, Muskeln, Faszien und Bindegewebsstrukturen behandeln.

Wirbelsäulendistraktion:

Mit speziell nach osteopathischen Gesichtspunkten konstruierten "Distraktionsgeräten" können chronisch verkürzte Muskeln und Bindegewebsstrukturen der Hals- Brust- und Lendenwirbelsäule behandelt werden.

Da hierfür individuell dosierte konstante Kräfte über längere Zeit auf das Gewebe wirken müssen, welche die menschliche Kraft übersteigen, sind zur Behandlung eigene Geräte sinnvoll. Besonders bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen führt die Distraktion zu einer Druckverminderung auf die Bandscheibe und die peripheren Nerven.
Durch die leihweise Benutzung der "Distraktionsgeräte" können diese Behandlungen auch zusätzlich täglich zu Hause durchgeführt werden und reduzieren damit die Zahl der Behandlungen.

Psychosomatische Komponente:

Körpergewebe scheint die Fähigkeit zu haben, Erinnerungen zu speichern. Man spricht von Zellerinnerung. Durch diagnostische Methoden der Cranio-Sacral-Therapie gelingt es, die Gewebsbereiche aufzuspüren. Im Verlauf der Behandlung kann der Patient traumatische Erlebnisse wiedererleben und die Zellerinnerung loslösen. Dieses kann bewusst oder auch unbewußt - z.B. in Träumen - ablaufen und zu einer nachhaltigen Besserung des körperlichen und seelischen Befindens führen.

Indikationen:
Chronische und akute Schmerzen, z.B. Migräne, Nacken - Schulter und Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle der Hals- und Lendenwirbelsäule, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss, Schulter- und Kniegelenkschmerzen, Tennisellenbogen, chronische Bauchschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden.
Die Osteopraktik beeinflusst das Nervensystem, Muskeln, Knochen, Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäße, Hormondrüsen, die inneren Organe, die Atmung und das seelische Befinden.
Natürlich soll nicht der Eindruck erweckt werden, daß die Osteopraktik das Allheilmittel schlechthin ist, jedoch erweitert dieses Behandlungskonzept das therapeutische Spektrum über die Grenzen des bisher Bekannten hinaus.

Wichtig: Die Osteopraktik ist kein Ersatz für schulmedizinische Behandlungen, sondern eine ideale Ergänzung, die besonders bei chronischen Beschwerden in der Hand des erfahrenen Osteopraktikers viel bewirken kann, vor allem wenn Sie sich als aktiver Patient, erleben und bewusst mitarbeiten.

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