Aderlass

Dipl.-Med. Claudia Buntrock
Fachärztin für Allgemeinmedizin Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren

Der Aderlass mutet vielen Menschen „mittelalterlich“ an; es ist ja auch ein seit der Antike angewandtes ausleitendes Verfahren und kann in Situationen helfen, die selbst schwersten Medikamenten trotzen. Allerdings darf das Wissen und die Erfahrenheit des Therapeuten nicht fehlen, sonst kann es leicht zu Unwirksamkeit oder gar Schädlichkeit führen. Es spielen hier nämlich die Konstellation von Alter, Krankheit, Geschlecht, Konstitution und Verfassung des Patienten mehr hinein als bei anderen Heilmethoden.

Kopfweh, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Ohrensausen, Kurzatmigkeit, Entzündungen innerer Organe, Hämorrhoiden, Krampfadern... die Liste der günstig reagierenden Störungen ist lang. Es sind oft gerade Krankheiten, deren Ursache unbekannt bleibt, die sich auf Blutentziehung bessern. Mit der (vorübergehenden) Verringerung des Blutes kann es zu lang anhaltenden Entlastungen, zur Reinigung des Blutes und gar zur Umstimmung der Konstitution des Kranken kommen. Das für den Aderlass günstigste Lebensalter ist die Zeit zwischen dem 45.-60. Lebensjahr.

Wie läuft Aderlass ab?

Durch einen Einstich einer Kanüle in der Regel in der Ellenbeuge wird - ähnlich einer Blutentnahme - eine größere Menge Blut entnommen (zwischen 100 und 500 ml). Die Menge richtet sich nach dem Zustand des Patienten. Gegebenenfalls wird eine derselben Blutmenge entsprechende Infusionslösung nach dem Aderlass gegeben. Das ist die sogenannte „Ambulante Hämodilution“.

Nach dem Aderlass kommt es zu einem Einstrom vor Gewebsflüssigkeit in die Blutbahn. Nach einem Aderlass von 250 ml strömen etwa 1000 ml Gewebsflüssigkeit ein. Dadurch werden körperfremde, giftige Stoffwechselprodukte aus dem Körper ausgeschwemmt. Außerdem wird die Neubildung der Blutzellen angeregt.

Aderlass Anwendungen

  • Entlastung des Kreislaufs bei zu hohem Blutdruck
  • Sonnenstich
  • zur Entfernung von Giftstoffen
  • krankhafter Vermehrung roter Blutkörperchen
  • zur Vorbeugung bei drohendem Schlaganfall und Lungenödem

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