Verhaltenstherapie

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Die Psychotherapie bedient ein sehr breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Eine Option ist die sogenannte Verhaltenstherapie. Sie ist eine spezielle Form der Therapie und basiert auf der Tatsache, dass über sie ungünstig gelagerte Verhaltensweisen sowie Denkmuster korrigiert werden. Der Patient erlernt im Rahmen einer Verhaltenstherapie, seine Verhaltensweisen zu optimieren, negative Eigenschaften auszuschließen und positive Eigenschaften in sein Verhaltensmuster und Denkmuster einzubauen.

Verhaltenstherapie
Bild: Verhaltenstherapie

Dabei ist wichtig, dass der Patient aktiv am Prozess beteiligt wird. Denn die neuen Verhaltensweisen und Denkweisen müssen eingeübt werden. Es reicht nicht aus, wenn der Therapeut diese neuen Strukturen erläutert. Der Patient muss sie verinnerlichen, indem er sie nutzt und in seinen Alltag integriert.

Die Verhaltenstherapie im Detail

Unter einer Verhaltenstherapie versteht der Psychologe eine Gegensätzlichkeit zur Psychoanalyse. Während bei der Psychoanalyse ausschließlich geschaut wird, welche psychologischen Einschränkungen der Patient hat, wird bei der Verhaltenstherapie dagegen vorgegangen. Es wird ein neues Muster des Verhaltens eingeübt, sodass negative Verhaltensweisen reduziert oder sogar ausgeschlossen werden können. Immer in enger Zusammenarbeit mit dem Patienten, der dann im Anschluss mit seiner neuen Verhaltensweise auch gut umgehen können muss.

Die Verhaltenstherapie beruht auf der Schule des sogenannten Behaviorismus. Diese Schule hat die Psychologie des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Während Sigmund Freud der Verantwortliche für die Psychoanalyse war und sich ausschließlich auf die Interpretation und die Deutung unbewusster Konflikte konzentriert hat, wird im Rahmen des Behaviorismus das Verhalten beobachtet und ausgewertet. So ist es möglich, das Verhalten des Menschen objektiv einzuschätzen und zu untersuchen.

Behaviorismus als Therapie basiert auf vielen Beobachtungen, die im Vorfeld gemacht wurden und die dazu beigetragen haben, dass diese Therapieform entwickelt werden konnte. Hunde haben dabei einen großen Ausschlag gegeben. Denn an ihnen konnte beobachtet werden, dass ein trainierter Hund mit gewissen Gesten reagiert, wenn er ein Geräusch hört und dieses Geräusch beispielsweise mit einer Handlung verbindet. Beispielsweise das Läuten einer Glocke mit dem Erhalten von Futter. Der Fachbegriff, der hinter diesem Lernvorgang steckt, wird klassische Konditionierung genannt.

Dieser Lernvorgang funktioniert auch bei einem Menschen. Es ist möglich, dass Reaktionen erlernt werden können, die auf bestimmte Reize folgen. Und das ist die Basis beziehungsweise die Grundlage der Verhaltenstherapie. Denn in der Verhaltenstherapie wird davon ausgegangen, dass eine psychische Störung entstehen kann, wenn etwas Gelerntes sich ungünstig präsentiert. Wenn falsche Verhaltensmuster erlernt wurden, die im Alltag nicht funktionieren. Das kann im Kindesalter passieren, kann aber auch schleichend im Erwachsenenalter eintreten. Zu diesen Verhaltensweisen gehören zum Beispiel auch Angststörungen, die dann aufgrund der ungünstigen Verhaltensmuster entstehen.

Innerhalb der Verhaltenstherapie wird viel Wert auf wissenschaftliche Grundlagen gelegt. Die Therapieerfolge im Rahmen der Therapie sollen messbar sein. Und zwar so, dass die Veränderungen innerhalb des Verhaltens vom Patienten genau erkennbar sind und dokumentiert werden können. Ferner orientiert sich eine gute Verhaltenstherapie stets an den Erkenntnissen, die aktuell von der Wissenschaft vorliegen. Dazu gehören auch Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Biologie sowie der Medizin.

Typische Indikationen

Es gibt typische Anzeichen - also Indikationen - die für eine Verhaltensstörung und eine Therapie sprechen.

Dazu gehören:

  • Depressionen
  • Angst oder Panik
  • fehlende Selbstsicherheit
  • Stress
  • Sucht
  • mangelndes Selbstvertrauen

Liegt eine oder mehrere dieser Indikationen vor, kann es zu einem gestörten Verhalten kommen, welches mithilfe einer Verhaltenstherapie korrigiert werden kann. Im Gegenzug zu diesen Indikationen stehen die Kontraindikationen.

Typische Kontraindikation

Weigert sich der Patient, die Therapie anzunehmen, dann ist er kontraindiziert und es bringt nichts, mit einer Verhaltenstherapie zu beginnen. Das ist dann der Fall, wenn der Patient beispielsweise nicht über seine Beziehungen und Gefühle sprechen kann. Es ist auch dann der Fall, wenn der Patient seine Übungen und dazugehörigen Hausaufgaben verweigert. Bei der Verhaltenstherapie ist es wichtig, dass der Patient sich öffnet, um genau erkennen zu können, wo der Therapieansatz besteht und in welcher Form er erfolgen muss. Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Patienten und Psychologen extrem wichtig.

Krankenkasse und Verhaltenstherapie

Eine Behandlung im Rahmen einer Verhaltenstherapie ist sehr aufwendig und langwierig. Die Krankenkasse bezahlt dann eine ambulante Behandlung, wenn die psychische Störung von einem Therapeuten festgestellt wurde und die Behandlung sich an den Psychotherapie-Richtlinien orientiert. Diese sind durch den gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Psychotherapeuten und Krankenkassen genau festgelegt. Dort ist auch festgelegt, welche Behandlungsmethoden im Rahmen der Therapie bezahlt werden.

Wie viele Stunden von der Krankenkasse übernommen werden, hängt davon ab, um welche Sitzungen es geht, wie sich der Krankheitsverlauf darstellt und welche Fortschritte die Therapie macht. Bei einer Akutbehandlung können bis zu 24 Einheiten je 25 Minuten verschrieben werden, ohne dass zwischenzeitlich eine Kontrolle stattfinden muss. Die reguläre psychotherapeutische Sprechstunde im Rahmen einer Verhaltenstherapie kann über die Krankenkasse abgerechnet werden, wenn 2 bis maximal 6 Sprechstunden zu je 25 Minuten verordnet worden. Eine Langzeittherapie kann im Rahmen der Verhaltenstherapie bei einem Erstantrag 60 Stunden dauern. Die erste Therapieverlängerung nochmals 80 Stunden.

Kosten einer Verhaltenstherapie

Die Kosten für die Verhaltenstherapie werden bei Verordnung von der Krankenkasse übernommen. Wer im Nachhinein eine private Weiterbetreuung wünscht, muss gegebenenfalls deren Kosten eigenständig übernehmen. Hier kommt es darauf an, welchen Stundensatz der Psychologe in solch einem Fall veranschlagt. Genauere Informationen sollten im Vorfeld eingeholt werden. Es empfiehlt sich aber immer, die Verhaltenstherapie über die Krankenkasse abzurechnen, um sicherstellen zu können, dass einerseits auch eine langfristige Therapie angestrebt werden kann und auf der anderen Seite die Therapie in Ruhe vorangetrieben werden kann. Wer aufgrund seiner physisch angeschlagenen Gesundheit noch finanziellen Druck verspürt, kann sich nicht auf die Therapie einlassen. Und dann wird sie scheitern. Deshalb ist die Abrechnung über die Krankenkasse immer empfehlenswert, sodass für den Patienten selbst keine Kosten entstehen.

Erwartungen an die Verhaltenstherapie

Die Erwartungen an eine Verhaltenstherapie sind natürlich groß. Spezielle Phobien, Depressionen und andere Einschränkungen sollen therapiert werden. Ein Grund, warum auch beispielsweise keine feste Dauer der Verhaltenstherapie genannt werden kann. Es gibt Patienten, die mit 10 Therapiestunden auskommen. Andere benötigen 50 Sitzungen und deutlich darüber hinaus.

Ob die Verhaltenstherapie zu einem Erfolg wird, hängt in erster Linie von der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Therapeuten und dem Patienten ab. Sie muss gut sein, damit sich der Patient dem Therapeuten gegenüber öffnen kann, die Therapie annimmt und gleichzeitig auch bereit ist, aktiv an der Therapie mitzuarbeiten. Der Patient darf keinen Zweifel an der Therapie haben. Er muss mitwirken und muss auch hinter dem Konzept stehen. Sonst funktioniert es nicht.

Es gibt Patienten, die fühlen sich beispielsweise von den einzelnen Übungen überfordert. Hier hat der Therapeut die Aufgabe, wohlwollend auf dem Patienten einzuwirken und ihm diese Angst vor der Überforderung zu nehmen. Er muss ihm die Therapie erklären, muss die Gründe für die einzelnen Übungen genau darlegen und ihm zeigen, welche Vorteile es hat, wenn die Therapie erfolgreich vorangebracht werden kann.

Auch nach einer Verhaltenstherapie muss einiges beachtet werden. Nur so können Rückfälle vermieden werden. Viele Betroffene haben Angst, mit einer Therapie zu beginnen. Sie denken, dass sie verrückt sind und dass man sie deswegen auch stigmatisiert. Aber das ist definitiv nicht der Fall. Jeder der sich traut, eine Therapie, in welche Richtung auch immer, zu beginnen, zeigt viel Mut und zeigt auch, dass er Willens ist, sein Leben zu verbessern. Das muss der Therapeut seinem Patienten deutlich machen. Er muss ihm vermitteln, dass das Ende der Therapie das Hauptziel ist und dass es aber nach der Therapie für den Patienten auch weitergeht. Das bedeutet, dass der Patient auf das Ende der Therapie gut vorbereitet werden muss.

Auch die Rückfallprophylaxe gehört zur Therapie. Der Betroffene erfährt, wie er Rückfälle vermeiden kann und welche Strategien angewandt werden müssen, damit ein Vermeiden von Rückfällen auch wirklich effektiv erfolgt. All diese Fertigkeiten lernt der Patient innerhalb der Therapie. Es ist wichtig, dass er diese ebenso verinnerlicht wie die Therapie selbst. Der Patient muss am Ende der Therapie alleine mit seinen Verhaltensstörungen klarkommen. Er muss wissen, wie er sich verhalten muss, um glücklich und vor allen Dingen ohne Stress und Ängste leben zu können.


Letzte Änderung: 30.07.2020

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